Der richtige Weg zu Beratung und Fortbildung

Interview mit Christoph Becker

Seminare, persönliche Beratung, Workshops – der Landessportbund NRW sowie seine Bünde und Fachverbände bieten den Vereinen umfassende Unterstützung an. Welches Fortbildungsinstrument wann das richtige darstellt, verrät Christoph Becker. Er ist beim LSB zuständig für das Vereinsmanagement.


An wen kann sich ein Verein wenden, wenn er Beratung sucht?


Christoph Becker: Viele Fragen, die einer allgemeingültigen kurzen Information bedürfen, lassen sich online auf unserem Vereins-Informations-, Beratungs- und Schulungssystem VIBSS (http://www.vibss.de/) beantworten. Beispielsweise, wenn jemand nur die Höhe des Übungsleiterfreibetrages erfahren möchte.


Wenn das nicht ausreicht…


Christoph Becker: …kann der Verein im Service Qualifizierung (0203-7381777) anrufen. Dort erhält er vertiefende Informationen zu den Erläuterungen auf VIBSS. Vieles kann in einem solchen Telefonat geklärt werden. Wenn nicht, leiten unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Frage an unsere Expertenteams. Dort nimmt man sich der Sache an. Unsere Spezialisten kennen sich in allen Bereichen, angefangen von steuerlichen bis hin zu Versicherungsthemen, aus.


Immer beliebter werden die Beratungen vor Ort. Wann sind diese zu empfehlen?


Christoph Becker: Sie sind besonders sinnvoll, wenn es um ein konkretes und sehr individuelles Problem oder Anliegen des Vereins geht, beispielsweise bei Satzungsfragen oder wenn eine Klage droht. In solchen Fällen bieten wir sechs Stunden kostenfreie Beratung an. Wichtig ist aber: Wir können beispielsweise bei Rechtsstreitigkeiten grundsätzliche Hinweise geben, Rechtsberatung ist uns nicht gestattet. Wenn es aber etwa um eine Beratung zur Vereinsentwicklung geht, reichen sechs Stunden für eine Analyse des Ist-Zustands bis hin zur Zieldefinition nicht aus. Die 7. Bis 20. Stunde kostet dann jeweils 33 Euro, zzgl. 15 Cent pro gefahrenem Kilometer. Sind noch mehr Stunden erforderlich, steigt der Preis auf 66 Euro, zzgl. 30 Cent pro Kilometer. Wie schnell eine Beraterin oder ein Berater kommt, hängt von der Dringlichkeit ab. In der Regel liegen zwischen Antrag und Besuch 14 Tage.


Wann machen die sogenannten Kurz-und Gut-Seminare oder eben längere Fortbildungen Sinn?

Christoph Becker: Dabei handelt es sich immer um Vermittlung von Grundlagenwissen. All diese Seminare wirken sozusagen vorbeugend, ermöglichen den intensiven Austausch mit anderen Vereinen. Es werden praxisbezogene Beispiele dargestellt, Gelerntes wird gemeinsam geübt. Besonders nachgefragt sind dabei Themen wie Öffentlichkeitsarbeit, Kommunikation nach innen (z.B. zur Mitarbeitergewinnung) und nach außen oder auch die konkrete Gestaltung von Mitgliederversammlungen.


Schaffen Sie sich durch die Vielzahl der Angebote nicht unnötig selbst Konkurrenz?

Christoph Becker
: Entscheidend ist doch, dass wir die Vereine erreichen. Die aber müssen – möglicherweise auch im Austausch mit uns – gut überlegen, welche Form für sie die richtige ist. Gut möglich also, dass ein Verein nach einer Kurzberatung vor Ort feststellt, dass ein tiefergehendes Seminar ratsam ist und umgekehrt. Aber wir müssen als Serviceleister auch die Realität akzeptieren. Und die heißt, ehrenamtliche Vereinsvertreter haben zunehmend weniger Zeit. Dann kommen wir halt zu ihnen. Aber: Wir erleben es häufig, dass der dann aufgenommene Faden in anderen Beratungsformen weitergesponnen wird.