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Bezahlte Mitarbeit im Sport

Der Herr vom Finanzamt sollte bei seinem Fußballverein nur auf der Tribüne Stammgast sein. Denn gerade in den Bereichen Steuern und Sozialversicherung lauern bei Unkenntnis des geltenden Rechts erhebliche finanzielle Risiken für die Vereine und Vorstände. Der Landessportbund bietet Informationen über die aktuelle Rechtslage.

Dass Bayern München seinen Manager Karl-Heinz Rummenigge gut bezahlt und dass Deutschlands Top-Verein im Profifußball vom Finanzamt wie ein Unternehmen bewertet wird, dies dürfte selbstverständlich sein. Doch wie sieht es bei den vielen Sportlern im Amateurbereich mit ihren zahlreichen nebenberuflichen und ehrenamtlichen Mitarbeitern aus?

Nicht zuletzt durch die vielen Gesetzesänderungen in den letzten Jahren werden viele Vereine nun verstärkt mit rechtlichen Problemen konfrontiert. Es stellen sich Fragen nach den Grenzen zur bezahlten Mitarbeit. Sind Trainer abhängig beschäftig oder selbstständig tätig? Welche Vorgaben aus dem Steuer-, Sozialversicherungs- und Arbeitsrecht müssen berücksichtigt werden?

So gilt es drei Formen der Mitarbeit zu unterscheiden: Ehrenamtliche und freiwillige Mitarbeit, eine abhängige Beschäftigung und selbstständige Tätigkeiten. Während für Mitarbeiter im Ehrenamt, die eine pauschale Aufwandsentschädigung bekommen können, keine Steuern und Sozialangaben und keine Meldepflichten anfallen, müssen bei abhängig Beschäftigten, die Lohn oder Gehalt erhalten, vom Verein Steuern und Sozialabgaben gezahlt werden. Zudem haben abhängig Beschäftigte arbeitsrechtliche Ansprüche.

Wer jedoch als Selbstständiger bei einem Verein arbeitet und Honorar erhält, der ist für die Versteuerung der Einkünfte und für seine soziale Absicherung selbst verantwortlich.

Der Verein sollte auf jeden Fall mit seinen zukünftigen Mitarbeitern die Form des Arbeitsverhältnisses klären und gegebenenfalls auch einen Arbeitsvertrag abschließen. Denn Fehleinschätzungen können zu erheblichen finanziellen Nachforderungen bei der Entrichtung von Sozialversicherungsbeiträgen führen. Das Risiko dafür trägt der Verein, der sich in diesem Fall über den jüngsten Sieg im Lokalderby nicht mehr so recht freuen kann. Ansonsten besteht die Möglichkeit, beim Betriebsstättenfinanzamt eine Information zu erhalten, ob im steuerrechtlichen Sinne eine Arbeitnehmertätigkeit oder eine selbstständige Tätigkeit gegeben ist.

Für den Bereich des Sozialversicherungsrechts hat über das Vorliegen einer versicherungspflichtigen Beschäftigung die gesetzliche Krankenkasse zu entscheiden. Und wer genau wissen will, ob man nun als Selbstständiger oder als Abhängiger beschäftigt ist, der sollte seinen Status bei der Deutschen Rentenversicherung überprüfen lassen (www.deutsche-rentenversicherung.de)


Das Ehrenamt stärkt den Verein Regelungen für freiwillige Mitarbeiter sind zu beachten


Festes Gehalt für gute Leistungen Der Beschäftigte schuldet dem Verein seine Arbeitskraft Auch Millionäre wie Messi oder Ronaldo müssen pünktlich zur Arbeit erscheinen. Da sie keiner selbstständigen Arbeit nachgehen, sind diese Starkicker abhängig Beschäftigte ihrer Vereine FC Barcelona und Real Madrid.


Wer in seinem Sportverein auch Tätigkeiten für kommende Jungakademiker bietet, der sollte wissen, dass ordentlich an den Hochschulen eingeschriebene Studenten in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung versicherungsfrei sind, so dass für hierfür keine Beiträge gezahlt werden müssen.


Eine geringfügig entlohnte Beschäftigung liegt vor, wenn das Arbeitsentgelt aus dieser Beschäftigung regelmäßig im Monat 400 Euro nicht übersteigt.


Werden mehrere geringfügig entlohnte Beschäftigungen bei verschiedenen Arbeitgebern nebeneinander ausgeübt, dann sind die Arbeitsentgelte aus allen Beschäftigungen zusammenzurechnen. Wird dabei die Geringfügigkeitsgrenze von 400 Euro monatlich überschritten, sind alle Beschäftigungen wie normale Beschäftigungen versicherungspflichtig.


Was haben ein Künstler, ein Wissenschaftler und ein Jurist gemeinsam? Sie können ganz treu jeden Sonntag auf der Tribüne ihres Lieblingsvereines sitzen. Sie können jedoch auch in ihrer jeweiligen Profession als Freiberufler im Verein auch eine selbstständige Tätigkeit außerhalb eines festen Beschäftigungsverhältnisses ausüben.


Die maßgebende Größe für die Festsetzung der Einkommenssteuer ist der Gewinn, der sich ergibt, wenn man von den Erlösen die angefallenen Kosten abzieht. Gewerbliche Unternehmen müssen bilanzieren, wenn der Umsatz pro Jahr mehr als 500 000 Euro oder der Gewinn mehr als 50 000 Euro beträgt.