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Grundlagen des Vereinsrechts

Zwei Deutsche, ein Verein. So lautet der alte Witz über die deutschen „Vereinsmeier", die an den Stammtischen der Nation sitzen. Und tatsächlich sind es derzeit etwa 605 000 eingetragene Vereine, die in der Bundesrepublik Deutschland höchst unterschiedliche und vielseitige Interessen pflegen. Davon sind immerhin 225 000 Sportvereine, die olympische Sportarten betreiben und die etwa 23 Millionen Mitglieder haben. Inzwischen haben zahlreiche Vereine Probleme, ehrenamtliche Vorstände zu finden. Erfahrene Vorstände ziehen sich aus Altersgründen zurück und es fehlt der Nachwuchs. Überforderte Vorstände ziehen sich gar aus Angst vor Haftungsrisiken zurück.

Der Landessportbund bietet mit seinen Informationen eine Arbeitshilfe bei der Vorstandsarbeit und vermittelt die Grundlagen des Vereinsrechts, das der Gesetzgeber 2007 zahlreichen Änderungen unterzog. Mit dem Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements wurde der Ehrenamtsfreibetrag eingeführt, der bei vielen Vereinen eine Satzungsänderung erforderlich machte. 2009 verabschiedete der Bundestag das Gesetz zur Begrenzung der Haftung von ehrenamtlich tätigen Vereinsvorständen und das Gesetzt zur Erleichterung elektronischer Anmeldungen zum Vereinsregister und anderer vereinsrechtlichen Änderungen.


Von: Thomas Becker

Die Leitung eines Sportvereins ist heute ohne modernes und professionelles Management undenkbar geworden. Dabei kommt vor allem den neuen Medien in einer digitalen Verwaltung des Sportbetriebs eine entscheidende Rolle zu.


Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch und der deutschen Rechtssprechung ist ein Verein eine auf gewisse Dauer angelegte Verbindung mit einer größeren Anzahl von Personen zur Erreichung eines gemeinsamen Zwecks.


Den kühnen Gründern eines Vereins gibt sogar das Grundgesetz grünes Licht. So sind lediglich Vereinigungen verboten, die gegen die verfassungsgemäße Ordnung gerichtet sind oder gegen Strafgesetze verstoßen.


In der Vereinssatzung müssen der Vereinszweck, der Name des Vereins und der Sitz des Vereins zwingend notwendig angegeben werden. Laut Bürgerlichem Gesetzbuch sollten dann auch noch Bestimmungen über Eintritt und Austritt der Mitglieder, die Erhebung von Beiträgen und die Bildung des Vorstandes vorliegen.


Auch eine Führungskraft aus den Chefetagen eines Wirtschaftsunternehmens kann sich als Vorstand eines Bezirksligisten profilieren und im Kampf des grauen sportlichen Alltags eine verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen. Neben der Mitgliederversammlung ist der Vorstand unerlässliches Organ des Vereins.


Von: Thomas Becker

Heute im digitalen Zeitalter, gilt es, die Geheimnisse der elektronischen Datenerfassung und Datenspeicherung mit der - inzwischen auch vom Gesetzgeber - geforderten Sensibilität zu bewahren.


Auf dem Platz mag der Torjäger das höchste Ansehen genießen, doch im Verein haben alle Vereinsmitglieder gleiche Rechte und Pflichten. Allerdings kann die Satzung auch verschiedene Klassen von Mitgliedern mit unterschiedlichen Rechten und Pflichten bilden. Welche das sind, muss dann in der Satzung genau festgelegt werden.


Auch wenn es mit Schalke 04 oder Hamborn 07 wirklich sehr alte Vereine gibt, die mit sehr unterschiedlichen Erfolgen für die große Fußballtradition des Ruhrgebietes stehen, so ist die Lebensdauer eines Vereins durchaus begrenzt. Besteht bei den Mitgliedern der übereinstimmende Wille, die vielleicht kriselnde Gemeinschaft zu beenden, so ist dies auch im Vereinsrecht klar geregelt.