Vorlesen

Kooperation und Kommunikation machen resilienter

Resilienz ist ein Begriff, der beschreibt, wie groß die Widerstandskraft ist. Ursprünglich stammt er aus der psychologischen Forschung zu Stress und Angst. Er wird inzwischen aber auch in der Organisationspsychologie bzw. -entwicklung genutzt.

Passiert etwas Neues, müssen sich Organisationen darauf einstellen. Sie müssen reagieren, damit die Veränderung nicht zur Bedrohung wird. Zur Bedrohung werden Veränderungen dann, wenn sie die Ressourcen überfordern, mit denen die Reaktion gestaltet werden kann.
Das misst Resilienz.

Die Corona-Pandemie kann als eine solch einschneidende Veränderung verstanden werden.

Sie hat den Sportvereinen viel abverlangt. Ständig war ihre Widerstandskraft herausgefordert.

Die Ergebnisse des „DIGITAL-Reports 2021“ den das „Haus des Stiftens“ gemeinsam mit der Universität Mannheim veröffentlicht hat, helfen bei der Beantwortung der Frage, was den Vereinen dabei besonders geholfen hat.

Das Wissen darum, kann ein weiterer Orientierungspunkt für die Navigation durch den Digitalisierungsprozess im eigenen Verein sein.

Aus diesem Grund möchten wir Ihnen nun eine weitere Erkenntnis vorstellen:

Es kam weniger darauf an, welche digitalen Tools und Programm eingesetzt wurden, als vielmehr wie sie eingesetzt wurden.

„Den Ergebnissen nach zeichnen sich resilientere Organisationen in der Pandemie durch einen höheren Grad an digitaler Kollaboration mit anderen Akteur*innen aus“ (REPPMANN, EDINGER-SCHONS, 2021, S. 28).

Das bedeutet: Umso mehr die Organisationen mit ihren Mitgliedern, ihren ehrenamtlichen Helfer*innen, Vorstandsmitgliedern und anderen Vereinen, Bünden oder Verbänden kommuniziert und kollaboriert haben, umso widerstandsfähiger erlebten sie sich selbst gegenüber den zu bewältigenden Herausforderungen.

Der Einsatz und die Nutzung von Tools, die Austausch, Kommunikation und Verbindung ermöglichen, hat Vereinen geholfen, besser durch die Pandemie zu kommen (vgl. REPPMANN, EDINGER-SCHONS, 2021, S. 31).

Weniger herausfordernd war es für die Vereine, die Vorstandsarbeit digital weiterzuführen und den Verein formal zu verwalten. Hier haben sich digitale Tools schnell als sehr wirksam erwiesen (vgl. REPPMANN, EDINGER-SCHONS, 2021, S. 29).

Die Organisationen haben davon berichtet, dass sie besonders das Aufrechterhalten der Verbindung zu ihren Mitgliedern und Helfer*innen herausgefordert hat (vgl. REPPMANN, EDINGER-SCHONS, 2021, S. 30).

Die Entwicklung digitaler Sportangebote, die Schaffung neuer Kommunikationsstrukturen und digitale Mitgliederversammlungen schienen kompliziert gewesen zu sein.

Von vielen Vereinen wurde berichtet, dass das „Zusammengenhörigkeitsgefühl“ der Mitglieder untereinander und zum Verein gelitten hat. Die Gespräche vor und nach dem Training, die Bratwurst am Platzrand und das große Sommerfest, bei dem sich alle getroffen haben, fehlten.

Es erscheint also folgerichtig, dass digitale Tools die Zusammenarbeit und Teamwork sowie niederschwellige Kommunikation ermöglichen, aus Sicht der befragten Organisationen besonders geholfen haben. Wurden sie dann noch gezielt für diese Zwecke eingesetzt, berichteten die Organisationen von Erfolgen. Ein Beispiel dafür könnten digitale Spieletreffs, Online-Live-Sportangebote oder gefilmte Bewegungsimpulse für die Mitglieder sein. Aber auch Cloud-Lösungen für die Vereinsverwaltung oder Sitzungen und Meetings per Video-Call.

Orientierungsfragen für Ihren Verein:

  • Setzen wir Tools ein, die den Austausch zwischen den Mitgliedern / dem Vorstand / den Mannschaftsmitgliedern… fördern?
  • Sorgen wir dafür, dass digitaler Austausch und digitale Zusammenarbeit gezielt gefördert werden?

DIGITAL-REPORT 2021

Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Non-Profitsektor

Coronaschutzverordnung, ​​​​​​
gültig ab 01.02.2023!