Aquafitness, Wassergymnastik und Wassersport
Aquafitness ist ein vielseitiges, gelenkschonendes Ganzkörpertraining im Wasser. Durch den natürlichen Widerstand und den Auftrieb des Wassers werden Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination effektiv gefördert – bei gleichzeitig geringer Belastung für Gelenke und Wirbelsäule. Aquafitness eignet sich daher für viele Zielgruppen, vom gesundheitsorientierten Freizeitsport bis hin zum Präventions- und Rehasport.
Für eine sichere und wirksame Durchführung ist es für Übungsleitungen unerlässlich, die physikalischen Eigenschaften des Wassers, den methodischen Aufbau einer Aquafitness-Stunde, mögliche Kontraindikationen sowie die organisatorischen Rahmenbedingungen zu kennen und in der Praxis zu berücksichtigen. Die folgenden Inhalte geben einen kompakten Überblick und unterstützen Übungsleitungen bei der Planung und Durchführung von Aquafitnessangeboten.
Zentrale physikalische Wassereigenschaften
Grundlage für methodische Planung und sichere Belastungsdosierung ist das Wissen über physikalische Wassereigenschaften:
- Wasserwiderstand
Belastungssteuerung über Bewegungstempo, Hebel und Geräte - Auftrieb
Entlastung von Gelenken und Wirbelsäule - Wasserdruck
Förderung der Durchblutung, Unterstützung des Herz‑Kreislauf-Systems - Wärmeleitung
Kühlung trotz körperlicher Belastung, geringere Überhitzung
Stundenaufbau
- Zielgruppe klar definiert (z. B. Einsteiger*innen, Ältere, Fitnessorientierte)
- progressive Belastungssteigerung (Tempo, Bewegungsumfang, Geräte, Pausen)
- Übungen an Wassertiefe und Gruppengröße angepasst
- verständliche, gut sichtbare Anleitung
Aufwärmen
Gewöhnung an Wasser, Mobilisation
Hauptteil
Kräftigung, Ausdauer, Koordination, je nach Zielgruppe
Cool-down/Entspannung
Lockerung, Dehnung, Atemwahrnehmung
Organisatorische Rahmenbedingungen
- Wassertiefe: an Zielgruppe angepasst
- Gruppengröße: sicherheits- und qualitätsorientiert (3 m² pro Teilnehmer)
- Qualifikation der Übungsleitung erforderlich
- Beachtung von Hygiene‑ und Sicherheitsregeln im Bad
Einsatz von Geräten
- Entscheidung: ohne Geräte oder mit Hilfsmitteln
- Geeignete Geräte vorbereitet (z. B. Poolnudel, Hanteln, Schwimmbrett)
- Geräte sicher, funktionstüchtig und ausreichend vorhanden
- Alternativübungen für Teilnehmende ohne Gerät eingeplant
Kontraindikationen
Kontraindikationen beschreiben körperliche und psychische Indikationen die eine Teilnahme an der Bewegung im Wasser untersagen oder nur nach ärztlicher Rücksprache erlauben:
- akuten Infektionen
- offenen Wunden
- schweren Herz‑Kreislauf-Erkrankungen
- unkontrolliertem Bluthochdruck
- akuten Entzündungen
- Anfallsleiden/Epilepsie (ohne Nachweis von zweijähriger Anfallsfreiheit)
- Alkoholkonsum und Einnahme von bewusstseinsstörende Medikamente
Details
Autor:
Landessportbund NRW (teilweise in Kooperation mit der DLRG Nordrhein und dem Schwimmverband NRW)
zuletzt aktualisiert/geprüft:
Januar 2026