Crowdlending

Der 21. März 2016 ist in die Crowdfunding-Geschichte eingegangen. Der Fußball-Bundesligaverein Hertha BSC Berlin startete mit dem Berliner Fintech-Start-up Kapilendo eine Crowdlending-Aktion. Der Verein suchte Privatanleger*innen, um eine Million Euro zum Ausbau digitaler Kommunikationskanäle einzusammeln und bot dafür eine Rückzahlung innerhalb von drei Jahren sowie eine feste Verzinsung von 4,5 % p.a. an. Diese Traumrendite in zinsarmen Zeiten wollten sich offensichtlich viele nicht entgehen lassen. 60 Tage waren für das Einsammeln angesetzt – aber bereits nach 9 Minuten und 23 Sekunden hieß es bei kapilendo „vollständig finanziert“. Die schnellste Kapitalkampagne Europas war abgeschlossen. Zwischen 100 und 10.000 Euro konnten Privatanleger investieren (Quelle: https://fundraiser-magazin.de/praxis-archiv/crowdlending-eine-echte-finanzierungsalternative-fuer-vereine.html).

Projektdetails im Überblick

1.) Ziele des Anlageprojektes 

Langfristiges Ziel der Vereinsführung ist es, den Hauptstadtklub in Berlin als innovativen, digitalen Fußballverein zu etablieren und den Verein für seine Fans noch erlebbarer zu machen. Dafür sollten die digitaler Kommunikationskanäle (Facebook, Twitter – heute X, Instagram & Co.) ausgebaut werden. 

2.) Welche Geldbeträge konnten investiert (verliehen) werden? 

Zwischen 100 und 10.000 Euro konnten dem Verein von Investor*innen für drei Jahre zur Verfügung gestellt werden. Die durchschnittlich investierte Summe lag im dreistelligen Bereich. 

3.) Welche Gegenleistungen gab es für die Geldgeber*innen (Kreditgeber*innen)?

Das eingesetzte Kapital wurde mit einem Zinssatz von 4,50 % verzinst. Einmal im Jahr (nach 12, 24 und 36 Monaten) wurde der Zinsertrag an die Anleger*innen ausgeschüttet. Zum Ablauf des Kredites nach 3 Jahren wurde das eingezahlte Kapital an die Anleger*innen zurückgezahlt.

Unter allen Unterstützer*innen, die mehr als 5.000 Euro investierten, wurden 3×2 VIP-Tickets für ein Spiel des Vereins nach Wahl und Verfügbarkeit verlost. 

Darüber hinaus wurden unter allen Anleger*innen drei exklusiv von der Mannschaft signierte Hertha BSC-Fußbälle verlost.

Außerdem gab es für die Anleger*innen die Chance auf weitere exklusive Gewinne, wie ein „Hertha Insider Paket“ inklusive Stadion-Highlight-Tour, einem signierten Trikot und einem signierten Ball. Zusätzlich wurden unter allen Anleger*innen des ersten Spieltages drei weitere signierte Hertha BSC-Trikots verlost.

4.) Chance für die Anleger*innen

Eine in Zeiten niedriger Zinsen attraktive Verzinsung des Anlagebetrages (Zinssatz von 4,50 %).

5.) Risiko für die Anleger*innen 

Für die Geldanlage gibt es keine Einlagensicherung wie bei Banken. Wäre Hertha BSC innerhalb der Laufzeit von 3 Jahren pleite gegangen, hätte den Geldgeber*innen (Kreditgeber*innen) der Ausfall ihrer Anlage gedroht.

6.) Genutzte Crowdfunding-Plattform

Kapilendo (heute: Invesdor) ist ein internetbasierter Kreditmarktplatz, bei dem man sich durch die Vergabe von Krediten online an der Finanzierung von Projekten beteiligen kann.

Detaillierte Infos zum Crowdlending-Projekt von Hertha BSC Berlin

2021 ist die Kapilendo AG mit Invesdor, einer finnischen börsennotierten Finanzierungsplattform, fusioniert. Diese Fusion unterstreicht laut Unternehmensangaben die wachsende Bedeutung alternativer Finanzierungsmodelle im europäischen Markt. Sie ermöglicht neue Optionen zur Kapitalbeschaffung und -anlage.

Details

Autor:
Dirk Schröter

zuletzt aktualisiert:
Dezember 2025